9Dezember2009

Joulupostikortit

von werc | 1:09 Uhr | Allgemeines

Überteuerte Weihnachtskarten von den Mumins wird es von mir keine geben. Dafür ist die Auswahl an Karten für die Unterstützung gemeinnütziger Projekte hier ziemlich groß und weil ich mich nicht entscheiden möchte, habe ich einfach von allen eine gekauft, von der Kinderrechtsorganisation Plan, der Krebsstiftung Syöpäsäätiö, der Umweltstiftung WWF, dem Roten Kreuz, dem Herz-Verband Sydänliitto und dem Kinderhilfswerk Pelastakaa Lapset.

Weihnachtspostkarten

Allerdings habe ich noch eine übrig und so bekommt ihr jetzt die einmalige Chance auf echte Weihnachtsgrüße vom Polarkreis. Hinterlasst einfach unter diesem Beitrag einen kleinen Kommentar und schreibt irgendetwas passendes zu Weihnachten. Ob ein kurzes Gedicht, euren Wunschzettel oder einfach Glückwünsche an die ganze Welt, alles ist erlaubt und auch die Sprache dürft ihr selbst wählen. Einsendeschluss ist am Freitag, dem 11.12.2009, um 23.30 Uhr osteuropäischer Zeit (UTC+2). Damit es etwas spannender wird, werden die Kommentare auch erst zu diesem Zeitpunkt freigeschaltet. Unter allen Einsendungen wird dann der oder die Glückliche ausgewürfelt… :)

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6Dezember2009

Unabhängigkeitstag

von werc | 21:53 Uhr | Flaggentage

Der 6. Dezember ist in Finnland nicht mit dem Nikolaus, sondern mit der Unabhängigkeit von Russland im Jahre 1917 verbunden. Während dort die Bolschewiki in der Oktoberrevolution die Macht an sich rissen, ergriffen die Finnen die Gelgenheit und erklärten an diesem Tag ihre Eigenständigkeit.

Soldatenfriedhof Zum Itsenäisyyspäivä wird unter anderem auch der gefallenen Soldaten gedacht. In den Universitätsstädten organisieren Studierende Fackelzüge zu den Friedhöfen und gedenken dort den Kriegshelden. Meistens gibt es am Ende eine Prozession auf einem großen öffentlichen Platz und dann werden Reden gehalten und Lieder gesungen.

Unabhängigkeitsfeier Traditionell fanden in Tampere die Feierlichkeiten auf dem Keskustori im Zentrum statt. Die Musiker vom lokalen Arbeiterverband spielten Stücke von Fuhrmann und Sibelius, bevor die Stadtratsvorsitzende eine Rede halten und ein Schauspieler das Gedicht Suomalainen („Finnisch”) von Jorma Etto vortragen durften. Anschließend sang der Chor der Philharmonie Tampere “Suomen laulu” und Sibelius’ berühmte Finlandia, bevor der ganze Platz in die Nationalhymne Maamme einstimmte. Gekrönt wurde das ganze von einem großen Feuerwerk.

Nichtsdestotrotz beschränken sich wohl die meisten Finnen auf die ein oder andere Kerze im Fenster und ein Festmahl zum natürlich arbeitsfreien Nationalfeiertag. Abends sitzt sogut wie ganz Finnland dann allerdings gemeinsam vorm Fernseher und schaut sich die Live-Übertragung des Linnan juhlat, eines Empfangs im Präsidentenpalast, an. Um die 2.000 Gäste werden dann von der derzeitigen Präsidentin Tarja Halonen einzeln persönlich begrüßt und vor den Fernsehschirmen wird die Abendrobe der Auserwählten ausgiebig diskutiert…

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6Dezember2009

Fleißiger Teufel

von werc | 1:01 Uhr | Märchen & Sagen

Wie versprochen gibt es zum 2. Advent die zweite Geschichte. Viel Spaß damit! :)

Das Geradebiegen der Haare

Es war einmal eine wahrlich faule Frau, der selbst das Waschen zu viel war und sie daher am ganzen Körper Läuse und Ungeziefer hatte. Nun kam die Weihnachtszeit und sie hatte immer noch nichts vorbereitet. Ach, dachte sie, am Heiligabend ist ein so langer Tag, da kann ich alles machen. Bald war es dann soweit und nach wie vor war nichts getan. Soll doch der Teufel kommen und alles erledigen, dachte sie. Gestrickte Puppe

Kaum gedacht, da tauchte er auch schon auf und wollte von ihr Arbeit haben. Sie ließ ihn backen, waschen und putzen, aber er wollte immer mehr Arbeit. Da schickte sie ihn auf die Weide um dort den Kuhmist vom letzten Sommer zu sammeln und damit die Sauna anzuheizen. Er wollte mehr Arbeit. Es war aber alles fertig und die Frau wünschte sich sehnlichst, dass der Teufel nun wieder verschwinde. Der aber dachte nicht daran. Sie ging mit ihm in die Sauna und er hatte so kräftig eingeheizt, dass es ihr unerträglich heiß wurde. Doch auch nach der Sauna verlangte er weiter nach Arbeit. Er brachte Stroh für den Fußboden, deckte den Tisch, braute Bier und wollte noch mehr tun.

Die Frau überlegte verzweifelt, welche Aufgaben sie ihm noch geben könne. Da hatte sie eine Idee. Sie zupfte sich einige Achselhaare aus und steckte sie in eine Tüte. Dann befahl sie dem Teufel diese geradezubiegen. Doch was er auch versuchte, es gelang ihm nicht, da sich sich immer wieder von selbst zusammenkringelten.
„Gibt es viele davon?”, fragte er die Frau. „Oh ja, einen großen und zwei kleine Säcke.”

Da wurde der Teufel wütend. „Biege du doch deine Haare selber”, schrie er und ging. Darüber war die Frau überaus froh und aus Furcht, er werde irgendwann zurückkommen, war sie ab diesem Tage nie wieder faul, sondern erledigte fleißig ihre Arbeit…

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1Dezember2009

Weihnachtsmonat Joulukuu

von werc | 2:07 Uhr | Allgemeines

Noch vor rund 400 Jahren wurde der Dezember in Finnland Talvikuu genannt, der „Wintermonat”. Im Zuge der Christianisierung hat sich die Bezeichnung jedoch in „Weihnachtsmonat” geändert und ist es bis heute geblieben. Darüber hinaus haben auch die christlichen Bräuche hier ihre Verbreitung gefunden und Adventskalender gibt es sogut wie überall zu kaufen. Die meisten Austauschstudenten haben allerdings dass Problem, dass sie bereits Tage oder Wochen vor Weihnachten abreisen. Einige machen so schon seit Mitte November fleißig Türchen auf und andere haben das Glück, für die Hälfte der Zeit durchnummerierte Päckchen aus Deutschland geschickt zu bekommen. Ich gehöre zu den letzteren. :)

Weihnachtskalender

Unter meinem Schwibbogen räuchert seit soeben aromatischer Tannennadelrauch aus einem Pfefferkuchenhäuschen. Vielen lieben Dank an die besten Eltern der Welt, ich bin schon gespannt was die nächsten Tage für Überraschungen bereithalten… :)

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29November2009

Der Fuchs frisst den Butternapf

von werc | 19:32 Uhr | Märchen & Sagen

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt – oder in meinem Fall einfach nur der Neonstrahler. Auch der Blick nach draußen lässt eher keine Weihnachtsstimmung aufkommen und so werf’ ich doch lieber mal einen Blick in die finnische Literatur und lass’ euch zu jedem der Adventssonntage an einer nordischen Fabel oder Geschichte teilhaben…

Der Fuchs frisst den Butternapf (Kettu syö voipytyn)

Butternapf Einmal wollten der Fuchs und der Wolf gemeinsam einen Acker roden. Als Proviant hatten sie einen ganzen Butternapf dabei. Nachdem sie einige Zeit gearbeitet hatten, bekam der Fuchs Lust auf die Butter. Er ging in den Wald, kam wieder zurück und sagte zu dem Wolf: „Mein Nachbar hat ein Junges bekommen und ich bin als Pate zur Taufe eingeladen!” „Ach so”, sagt der Wolf. Der Fuchs ging weg, lief aber zu dem Butternapf und fraß jede Menge Butter. „Was ist der Name des Kindes?” fragt der Wolf, als der Fuchs zurückkehrte. „Anfang”, sagte der Fuchs.

Nach einiger Zeit ging der Fuchs wieder in die Wildnis, kam zurück und erzählte dem Wolf, dass ein anderer Nachbar wieder ein Kind gekriegt habe und er wieder als Pate gebeten sei. „Was, schon wieder?” sagte der Wolf. Der Fuchs ging und fraß wieder fleißig Butter. „Welchen Namen hat das Kind bekommen?” fragte der Wolf wieder. „Mitte”, entgegnete der Fuchs. „Ach”, sagte der Wolf.

Eine kurze Zeit arbeitete der Fuchs mit, ging dann aber wieder in den Wald. „Der dritte Nachbar hat Junge gekriegt, das ist schon komisch, und wieder werde ich Pate”, erklärte der Fuchs. „Und ich war noch nie Pate”, klagte der Wolf. Der Fuchs ging und fraß noch den Rest der Butter. „Wie ist sein Name?”, fragte der Wolf. „Ende”, sagte der Fuchs.

Wieder arbeiteten sie auf dem Acker und schließlich fragte der Wolf: „Ist schon Mittagszeit?” „Noch nicht”, sagte der Fuchs, „du hast es aber eilig!” Schließlich gingen sie doch zum Mittag, aber die Butter war aufgefressen. Der Fuchs beschuldigte den Wolf, dass er sie gefressen habe, während er bei der Taufe war. Der Wolf bezichtigte den Fuchs, er habe sie gefressen und sei gar nicht bei den Taufen gewesen. Der Fuchs schlug vor, dass sie sich dort auf einen Felsen hinlegen und dann würde die Butter schon aus der Schnauze des Schuldigen tropfen. So wurde es gemacht.

Der Fuchs hatte extra etwas Butter aufgehoben. Als der Wolf eingeschlafen war, rieb ihm der Fuchs die Butter unter die Schnauze und stellte sich dann selbst schlafend. Der Wolf erwachte, sah die Butter unter seiner Schnauze und rannte so schnell wie er nur konnte davon. Der Fuchs konnte sich vor Lachen kaum mehr halten…

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26November2009

Überleben in der Dunkelheit

von werc | 23:56 Uhr | Allgemeines

Leuchtmittel Immer wieder taucht die Frage auf, wie das denn eigentlich so ist, in ständiger Dunkelheit zu leben. Vollständig kann ich darauf nicht antworten, denn ganz so schlimm ist es in Tampere dann doch nicht. Zur Zeit gibt es immerhin noch zwischen 9.01 Uhr und 15.23 Uhr ganze 6 Stunden und 22 Minuten Tageslicht. Ich fahre im Hellen zur Uni und bin dort meist in Räumen ohne Fenster, so dass man den frühen Einbruch der Dunkelheit gar nicht mitbekommt. Abends auf dem Rückweg ist es dann eben dunkel, wie man es normalerweise zu dieser Jahreszeit gewohnt ist.

Es ist auch weniger der kurze Tag an sich, sondern vielmehr das Wetter, das einem zu schaffen macht. Ich kann mich im November an nur zwei bis drei Tage ohne geschlossene Wolkendecke erinnern, ansonsten war durchweg immer alles grau in grau. Ganz passend dazu lautet übrigens die Übersetzung für den Marraskuu „Monat des Todes”, was allerdings weniger auf die erhöhte Selbstmordrate, als vielmehr auf die eher leblose Natur zurückzuführen ist.

Nichtsdestotrotz leiden um die 10% der Finnen an richtigen Winterdepressionen und ein Großteil hat zumindest teilweise mit einzelnen Symptomen wie Müdigkeit, Lustlosigkeit, Gewichtszunahme, Konzentrationsschwierigkeiten oder Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Auch nach 10 Stunden Schlaf bin ich den Rest des Tages nicht durchweg richtig munter. Die lokale Studierendenvertretung TAMY und der studentische Gesundheitsdienst YTHS hatten heute zu einer Veranstaltung über das „Überleben in der Kaamos” eingeladen, um etwas näher auf das Thema einzugehen. Allgemeine Empfehlungen: Bewegung an die frische Luft, zwischenmenschliche Kontakte pflegen, die Vorweihnachtszeit auskosten, der eigenen Kreativität freien Lauf lassen und auch mal die Seele baumeln lassen.

YTHS Lichttherapie Aus wissenschaftlicher Sicht und zur Behandlung von Depressionen wird dagegen häufig zur Lichttherapie geraten. Im Gegensatz zu einer Lichtintensität von bis zu 100.000 Lux im Sommer stehen an dunklen Wintertagen maximal 10% davon zur Verfügung. Es gibt daher spezielle Lampen, die mit einem besonders hellen Kunstlicht u.a. den Melatoninspiegel zur Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus im menschlichen Körper wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Beim YTHS gibt es einen extra Raum, in dem man bei Bedarf jeden Morgen seine Lichtdusche genießen kann. Für den Heimgebrauch muss man um die 200,- EUR für solche eine Lampe investieren, aber diese sind nicht so weit verbreitet und es wird eher mal auf die weitaus günstigeren Lichtwecker zurückgegriffen…

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24. November 2017, 15:01
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