1Januar2010

Auf ein neues…

von werc | 15:08 Uhr | Allgemeines

Frohes neues Jahr 2010 Guten Morgen und ein fröhliches, gesundes & glückliches neues Jahr 2010 an euch alle. Ich hatte einen schönen Jahreswechsel mit jeder Mengen Finnen um mich herum. Dafür war das Feuerwerk allgemein eher dürftig und überhaupt nicht mit dem zu vergleichen, was man sonst aus Deutschland gewohnt ist. Die Innenstädte von Tampere und vieler anderer finnischer Städte sind weiträumig knallerfreie Zone und darüber hinaus sind diesmal neue gesetzliche Regelungen in Kraft getreten.

Sinngemäß gilt jetzt:

  • Der Verkauf und die Übergabe von Feuerwerk an Kinder unter 18 Jahren, sowie Betrunkene, ist verboten, ebenso wie der Besitz. Das Verbot gilt ebenfalls für Wunderkerzen, auch wenn auf der Verpackung der Produkte eine niedrigere Altersgrenze angegeben ist.
  • Bei der Verwendung von Feuerwerkskörpern sollte immer eine Schutzbrille getragen werden.
  • Der Gebrauch von Feuerwerkskörpern im neuen Jahr wird um zwei Stunden gekürzt. Die Verwendung ist nur vom 31.12. 18.00 Uhr bis 1.1. 02.00 Uhr zulässig. Auf lokaler Ebene sind abweichende Regelungen möglich.

Auf der anderen Seite will bei -15° C auch niemand lange um die Häuser ziehen und danach liegt wirklich kaum Müll auf den Straßen. Eben der finnische Weg, alle Interessensgruppen möglichst unter einen Hut zu bringen und die Umwelt zu schonen… :)

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25Dezember2009

Joulun aikaa – Weihnachtszeit

von werc | 23:49 Uhr | Allgemeines

Wenn man aus dem Weihnachtsland mit all’ seinen erzgebirgischen Schwibbögen, Pyramiden, Bergparaden und großen Weihnachtsmärkten nach Tampere kommt, dann ist die Weihnachtszeit hier schon ein klein wenig enttäuschend. Nichtsdestotrotz geben sich nicht nur die großen Warenhausketten Mühe, etwas Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Und mit heißem Glögi, Plätzchen und dem Jouluradio lässt sich’s auch zu Hause ganz gut aushalten. :)

Als Einstimmung auf die dunkle Jahreszeit wurden schon Ende Oktober die 44. Lichterwochen eröffnet. Bürgermeister Erkki Lindforsin brachte die Idee damals von einem Besuch in der Partnerstadt Essen mit, wo schon seit 1950 derartige Beleuchtungen installiert wurden. Zum Start hielt der stellvertretende Bürgermeister die Eröffnungsrede neben Finnisch sogar auch in Englisch. Nach einer Show von Feuerkünstlern und dem obligatorischen Feuerwerk wurden die 30.000 Glühbirnen und gut 3.000 LEDs angeschaltet. Fast 11 Wochen lang beleuchten die 175 Motive nun jeden Abend bis 22.30 Uhr zusätzlich die Innenstadt. Offizielle Repräsentantin ist in diesem Jahr die Studentin Mari Koppanen. Als Valon neito (Jungfrau des Lichts) soll sie die Freude des Lichtes zu denjenigen bringen, die nicht selbst in die Stadt kommen können, um die Lichtinstallationen zu bewundern.

Mit einer Parade am 22. November eröffneten hauptsächlich die großen Warenhäuser die Weihnachtszeit in der Stadt. Im Anschluss wurde dann die Beleuchtung am Weihnachtsbaum auf dem Keskustori feierlich angeschaltet. Ringsherum wurden noch so einige Sachen für Kinder organisiert und das erste mal in meinem Leben habe ich einen Kinderwagenparkplatz gesehen. Da hatte wirklich jemand mitgedacht. :) Gleichzeitig wurde an dem Wochenende auch das Weihnachtsdorf im Stallhof Tallipiha eröffnet.

Der richtige Weihnachtsmarkt öffnete erst am 11. Dezember seine Tore. Im Vergleich zu Chemnitz ist der Tampereen Joulutori eher winzig. Größtenteils werden Dekorations- und Kunstgegenstände, sowie Holzprodukte verkauft. Essen und Trinken spielt keine so große Rolle, was vielleicht auch darauf zurückzuführen ist, dass kein Alkohol verkauft werden darf. Auch in diesem Jahr wurde der Antrag auf eine Lizenz zum Ausschenken von Glühwein wieder zurückgewiesen, da eine potentielle Gefährdung für Kinder nicht ausgeschlossen werden kann. Kritik an dieser Regelung gab es von allen Seiten, aber die Entscheidung wurde letztendlich von der großen Politik getroffen.

An Heiligabend wird schließlich die traditionelle Erklärung des Weihnachtsfriedens neben der offiziellen Verkündung in Turku auch vom Balkon des alten Rathauses in Tampere verlesen und anschließend singen alle gemeinsam Enkeli taivaan. Vom Himmel hoch, da komm ich her…


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20Dezember2009

Rotes Lamm für guten Mann

von werc | 21:13 Uhr | Märchen & Sagen

…und wenn das vierte Lichtlein brennt, dann gibt es wie versprochen die vierte Geschichte aus Finnland.

Das rote Schaf, an dem alles hängenblieb Grübelmännchen

Es war einmal ein Hirte, der hütete die Schafe. Sein Herr hatte mit ihm ausgemacht, dass er für jedes Schaf, das geboren werde, dreißig Heller Lohn bekomme und für jedes, das verloren ginge, dreißig Heller abgezogen werden sollte.

Eines Nachts kam ein Wandersmann zu ihm in den Wald, wo er sich eine hübsche Hütte gebaut hatte, und bat ihn um Quartier. Der Hirte willigte ein und bot ihm sogleich auch ein Mahl: „Ich will einmal dreißig Heller draufgehen lassen.” So ging er hin, schlachtete ein Lamm und kochte das Fleisch für den Wandersmann. Dann begaben sie sich beide zur Ruhe.

Am anderen Morgen sagte der Wanderer: „Geh und sieh nach deinen Schafen!” Er ging hin und die ganze Wiese war voll von Schafen. In der Mitte der Herde stand ein großes rotes Lamm. „Lass alle Schafe deinem Herren. Nur das Rote behalte für dich”, sprach der Fremde. Und so tat er es auch.

Zur Nacht kehrte er mit dem roten Lamm in eine Herberge ein, um dort zu nächtigen. Die Tochter der Herbergseltern ging morgens in den Stall und wollte sich ein paar rote Locken von dem Schaf abschneiden, um sich ein paar schöne Handschuhe daraus zu machen. Doch ihre Hände blieben an dem Schaf hängen und so fing sie an laut zu schreien. Ihr Vater kam angerannt und schlug mit der Rute nach dem Schaf. Doch auch die Rute blieb am Schaf hängen und der Mann am Rutenstiel. Schließlich kam die Mutter mit dem Kehrbesen zur Hilfe, aber auch der blieb am Schaf hängen und die Mutter am Kehrbesen.

Es ergab sich, dass die Tochter des Königs immer traurig war und niemals lachte. Der König hatte deshalb verkünden lassen, das wer seine Tochter zum Lachen bringe, sie zur Frau und dazu das halbe Königreich erhalten werde. Der Hirte nahm das rote Schaf, zog die Herbergsfamilie hinter sich her und wollte sein Glück bei der Prinzessin versuchen. Als sie das komische Gespann sah, konnte sie sich vor Lachen kaum halten.

Da gaben sie ihm die Prinzessin zur Frau und die Hälfte des Königreichs. Danach machte er die andern frei, und sie lebten glücklich, und vielleicht leben sie heute noch…

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13Dezember2009

Luciafest

von werc | 1:01 Uhr | Märchen & Sagen

Immer am 13. Dezember des Jahres wird hauptsächlich in Schweden und Skandinavien, aber auch in anderen Ländern wie Italien und Kroatien das Luciafest gefeiert. Statt einer lustigen Fabel gibt es also passend dazu diesmal die kirchliche Erzählung über die frühchristliche Märtyrerin.

Die Heilige Lucia

Lucia von Syrakus soll bereits von 283 bis 304 in Italien gelebt haben. Sie entstammte einer wohlhabenden Patrizierfamilie. Ihr Vater starb, als sie erst fünf Jahre alt war. Das Verhältnis zu ihrer Mutter Eutychia war dafür umso enger und diese lehrte ihr unter anderem Menschlichkeit und Nächstenliebe. Das Christentum verbreitete sich gerade zu dieser Zeit, was die verschiedenen Kaiser im römischen Reich mehr oder weniger versuchten zu unterbinden. Als Jugendliche kam auch Lucia mit den christlichen Lehren in Kontakt und besuchte die geheimen Versammlung in den Katakomben.

Da ihre Mutter an einer schweren Krankheit litt und sie von den Wundern am Grab der heiligen Agatha gehört hatte, reisten beide nach Catania, um ihr Glück zu versuchen. Beim Gebet in der lokalen Kirche erschien dann auch die heilige Agatha und sagte „O Jungfrau Lucia, warum bittest du mich um etwas, was du selbst für deine Mutter tun kannst? Allein mit deinem festen Glaube hast du ihr geholfen und von nun an ist sie geheilt.” Und so war es.

Eigentlich wollte Eutychia ihre Tochter sobald wie möglich verheiraten, aber nach dem Wunder erkannte sie an, dass Lucia sich ausschließlich zu Gott gewandt und ihre ewige Keuschheit geschworen hatte. Verehrer blieben trotzdem nicht aus und so kam es, wie es kommen musste: Aus Wut über die Abweisung wurde sie von einem der Bewerber als Christin enttarnt und angeklagt, am 13. Dezember 304.

Der Prokonsul Pascasio kümmerte sich um die Klagen gegen Christen und ließ Lucia noch am gleichen Tag vorführen, doch auch er konnte sie nicht von ihrem Gelübde abbringen und verurteilte sie daher, in einem Bordell verunreinigt werden. Erfüllt vom heiligen Geist versteinerte Lucia und wurde schwer wie ein Berg. Die vielen starken Wachen und mehrere Ochsen waren nicht in der Lage, sie von der Stelle zu bewegen. Selbst ein ringsherum entfachtes Feuer konnte ihr nichts anhaben.

Heilige Lucia von Syrakus „Meine Stunde ist gekommen.” Vorbereitet, als Märtyrerin für das Christentum zu sterben, ließ sie sich letztendlich von einem Soldaten mit einem Schwertstich in den Hals zu Tode richten…


In vielen Bildnissen der heiligen Lucia kann man zwei zusätzliche Augen finden. Einige erzählen, dass diese von Soldaten mit einer Gabel ausgestochen wurden. In einer anderen Version soll sie sich diese selbst als Geschenk für ihren Verehrer herausgerissen haben, der immer so von ihren strahlenden Augen schwärmte und sie nun endlich in Ruhe lassen sollte. Für diesen großen Beweis an Hingabe soll Gott ihr daraufhin zwei noch schönere Augen geschenkt haben. :)

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9Dezember2009

Joulupostikortit

von werc | 1:09 Uhr | Allgemeines

Überteuerte Weihnachtskarten von den Mumins wird es von mir keine geben. Dafür ist die Auswahl an Karten für die Unterstützung gemeinnütziger Projekte hier ziemlich groß und weil ich mich nicht entscheiden möchte, habe ich einfach von allen eine gekauft, von der Kinderrechtsorganisation Plan, der Krebsstiftung Syöpäsäätiö, der Umweltstiftung WWF, dem Roten Kreuz, dem Herz-Verband Sydänliitto und dem Kinderhilfswerk Pelastakaa Lapset.

Weihnachtspostkarten

Allerdings habe ich noch eine übrig und so bekommt ihr jetzt die einmalige Chance auf echte Weihnachtsgrüße vom Polarkreis. Hinterlasst einfach unter diesem Beitrag einen kleinen Kommentar und schreibt irgendetwas passendes zu Weihnachten. Ob ein kurzes Gedicht, euren Wunschzettel oder einfach Glückwünsche an die ganze Welt, alles ist erlaubt und auch die Sprache dürft ihr selbst wählen. Einsendeschluss ist am Freitag, dem 11.12.2009, um 23.30 Uhr osteuropäischer Zeit (UTC+2). Damit es etwas spannender wird, werden die Kommentare auch erst zu diesem Zeitpunkt freigeschaltet. Unter allen Einsendungen wird dann der oder die Glückliche ausgewürfelt… :)

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6Dezember2009

Unabhängigkeitstag

von werc | 21:53 Uhr | Flaggentage

Der 6. Dezember ist in Finnland nicht mit dem Nikolaus, sondern mit der Unabhängigkeit von Russland im Jahre 1917 verbunden. Während dort die Bolschewiki in der Oktoberrevolution die Macht an sich rissen, ergriffen die Finnen die Gelgenheit und erklärten an diesem Tag ihre Eigenständigkeit.

Soldatenfriedhof Zum Itsenäisyyspäivä wird unter anderem auch der gefallenen Soldaten gedacht. In den Universitätsstädten organisieren Studierende Fackelzüge zu den Friedhöfen und gedenken dort den Kriegshelden. Meistens gibt es am Ende eine Prozession auf einem großen öffentlichen Platz und dann werden Reden gehalten und Lieder gesungen.

Unabhängigkeitsfeier Traditionell fanden in Tampere die Feierlichkeiten auf dem Keskustori im Zentrum statt. Die Musiker vom lokalen Arbeiterverband spielten Stücke von Fuhrmann und Sibelius, bevor die Stadtratsvorsitzende eine Rede halten und ein Schauspieler das Gedicht Suomalainen („Finnisch”) von Jorma Etto vortragen durften. Anschließend sang der Chor der Philharmonie Tampere “Suomen laulu” und Sibelius’ berühmte Finlandia, bevor der ganze Platz in die Nationalhymne Maamme einstimmte. Gekrönt wurde das ganze von einem großen Feuerwerk.

Nichtsdestotrotz beschränken sich wohl die meisten Finnen auf die ein oder andere Kerze im Fenster und ein Festmahl zum natürlich arbeitsfreien Nationalfeiertag. Abends sitzt sogut wie ganz Finnland dann allerdings gemeinsam vorm Fernseher und schaut sich die Live-Übertragung des Linnan juhlat, eines Empfangs im Präsidentenpalast, an. Um die 2.000 Gäste werden dann von der derzeitigen Präsidentin Tarja Halonen einzeln persönlich begrüßt und vor den Fernsehschirmen wird die Abendrobe der Auserwählten ausgiebig diskutiert…

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6Dezember2009

Fleißiger Teufel

von werc | 1:01 Uhr | Märchen & Sagen

Wie versprochen gibt es zum 2. Advent die zweite Geschichte. Viel Spaß damit! :)

Das Geradebiegen der Haare

Es war einmal eine wahrlich faule Frau, der selbst das Waschen zu viel war und sie daher am ganzen Körper Läuse und Ungeziefer hatte. Nun kam die Weihnachtszeit und sie hatte immer noch nichts vorbereitet. Ach, dachte sie, am Heiligabend ist ein so langer Tag, da kann ich alles machen. Bald war es dann soweit und nach wie vor war nichts getan. Soll doch der Teufel kommen und alles erledigen, dachte sie. Gestrickte Puppe

Kaum gedacht, da tauchte er auch schon auf und wollte von ihr Arbeit haben. Sie ließ ihn backen, waschen und putzen, aber er wollte immer mehr Arbeit. Da schickte sie ihn auf die Weide um dort den Kuhmist vom letzten Sommer zu sammeln und damit die Sauna anzuheizen. Er wollte mehr Arbeit. Es war aber alles fertig und die Frau wünschte sich sehnlichst, dass der Teufel nun wieder verschwinde. Der aber dachte nicht daran. Sie ging mit ihm in die Sauna und er hatte so kräftig eingeheizt, dass es ihr unerträglich heiß wurde. Doch auch nach der Sauna verlangte er weiter nach Arbeit. Er brachte Stroh für den Fußboden, deckte den Tisch, braute Bier und wollte noch mehr tun.

Die Frau überlegte verzweifelt, welche Aufgaben sie ihm noch geben könne. Da hatte sie eine Idee. Sie zupfte sich einige Achselhaare aus und steckte sie in eine Tüte. Dann befahl sie dem Teufel diese geradezubiegen. Doch was er auch versuchte, es gelang ihm nicht, da sich sich immer wieder von selbst zusammenkringelten.
„Gibt es viele davon?”, fragte er die Frau. „Oh ja, einen großen und zwei kleine Säcke.”

Da wurde der Teufel wütend. „Biege du doch deine Haare selber”, schrie er und ging. Darüber war die Frau überaus froh und aus Furcht, er werde irgendwann zurückkommen, war sie ab diesem Tage nie wieder faul, sondern erledigte fleißig ihre Arbeit…

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1Dezember2009

Weihnachtsmonat Joulukuu

von werc | 2:07 Uhr | Allgemeines

Noch vor rund 400 Jahren wurde der Dezember in Finnland Talvikuu genannt, der „Wintermonat”. Im Zuge der Christianisierung hat sich die Bezeichnung jedoch in „Weihnachtsmonat” geändert und ist es bis heute geblieben. Darüber hinaus haben auch die christlichen Bräuche hier ihre Verbreitung gefunden und Adventskalender gibt es sogut wie überall zu kaufen. Die meisten Austauschstudenten haben allerdings dass Problem, dass sie bereits Tage oder Wochen vor Weihnachten abreisen. Einige machen so schon seit Mitte November fleißig Türchen auf und andere haben das Glück, für die Hälfte der Zeit durchnummerierte Päckchen aus Deutschland geschickt zu bekommen. Ich gehöre zu den letzteren. :)

Weihnachtskalender

Unter meinem Schwibbogen räuchert seit soeben aromatischer Tannennadelrauch aus einem Pfefferkuchenhäuschen. Vielen lieben Dank an die besten Eltern der Welt, ich bin schon gespannt was die nächsten Tage für Überraschungen bereithalten… :)

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29November2009

Der Fuchs frisst den Butternapf

von werc | 19:32 Uhr | Märchen & Sagen

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt – oder in meinem Fall einfach nur der Neonstrahler. Auch der Blick nach draußen lässt eher keine Weihnachtsstimmung aufkommen und so werf’ ich doch lieber mal einen Blick in die finnische Literatur und lass’ euch zu jedem der Adventssonntage an einer nordischen Fabel oder Geschichte teilhaben…

Der Fuchs frisst den Butternapf (Kettu syö voipytyn)

Butternapf Einmal wollten der Fuchs und der Wolf gemeinsam einen Acker roden. Als Proviant hatten sie einen ganzen Butternapf dabei. Nachdem sie einige Zeit gearbeitet hatten, bekam der Fuchs Lust auf die Butter. Er ging in den Wald, kam wieder zurück und sagte zu dem Wolf: „Mein Nachbar hat ein Junges bekommen und ich bin als Pate zur Taufe eingeladen!” „Ach so”, sagt der Wolf. Der Fuchs ging weg, lief aber zu dem Butternapf und fraß jede Menge Butter. „Was ist der Name des Kindes?” fragt der Wolf, als der Fuchs zurückkehrte. „Anfang”, sagte der Fuchs.

Nach einiger Zeit ging der Fuchs wieder in die Wildnis, kam zurück und erzählte dem Wolf, dass ein anderer Nachbar wieder ein Kind gekriegt habe und er wieder als Pate gebeten sei. „Was, schon wieder?” sagte der Wolf. Der Fuchs ging und fraß wieder fleißig Butter. „Welchen Namen hat das Kind bekommen?” fragte der Wolf wieder. „Mitte”, entgegnete der Fuchs. „Ach”, sagte der Wolf.

Eine kurze Zeit arbeitete der Fuchs mit, ging dann aber wieder in den Wald. „Der dritte Nachbar hat Junge gekriegt, das ist schon komisch, und wieder werde ich Pate”, erklärte der Fuchs. „Und ich war noch nie Pate”, klagte der Wolf. Der Fuchs ging und fraß noch den Rest der Butter. „Wie ist sein Name?”, fragte der Wolf. „Ende”, sagte der Fuchs.

Wieder arbeiteten sie auf dem Acker und schließlich fragte der Wolf: „Ist schon Mittagszeit?” „Noch nicht”, sagte der Fuchs, „du hast es aber eilig!” Schließlich gingen sie doch zum Mittag, aber die Butter war aufgefressen. Der Fuchs beschuldigte den Wolf, dass er sie gefressen habe, während er bei der Taufe war. Der Wolf bezichtigte den Fuchs, er habe sie gefressen und sei gar nicht bei den Taufen gewesen. Der Fuchs schlug vor, dass sie sich dort auf einen Felsen hinlegen und dann würde die Butter schon aus der Schnauze des Schuldigen tropfen. So wurde es gemacht.

Der Fuchs hatte extra etwas Butter aufgehoben. Als der Wolf eingeschlafen war, rieb ihm der Fuchs die Butter unter die Schnauze und stellte sich dann selbst schlafend. Der Wolf erwachte, sah die Butter unter seiner Schnauze und rannte so schnell wie er nur konnte davon. Der Fuchs konnte sich vor Lachen kaum mehr halten…

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26November2009

Überleben in der Dunkelheit

von werc | 23:56 Uhr | Allgemeines

Leuchtmittel Immer wieder taucht die Frage auf, wie das denn eigentlich so ist, in ständiger Dunkelheit zu leben. Vollständig kann ich darauf nicht antworten, denn ganz so schlimm ist es in Tampere dann doch nicht. Zur Zeit gibt es immerhin noch zwischen 9.01 Uhr und 15.23 Uhr ganze 6 Stunden und 22 Minuten Tageslicht. Ich fahre im Hellen zur Uni und bin dort meist in Räumen ohne Fenster, so dass man den frühen Einbruch der Dunkelheit gar nicht mitbekommt. Abends auf dem Rückweg ist es dann eben dunkel, wie man es normalerweise zu dieser Jahreszeit gewohnt ist.

Es ist auch weniger der kurze Tag an sich, sondern vielmehr das Wetter, das einem zu schaffen macht. Ich kann mich im November an nur zwei bis drei Tage ohne geschlossene Wolkendecke erinnern, ansonsten war durchweg immer alles grau in grau. Ganz passend dazu lautet übrigens die Übersetzung für den Marraskuu „Monat des Todes”, was allerdings weniger auf die erhöhte Selbstmordrate, als vielmehr auf die eher leblose Natur zurückzuführen ist.

Nichtsdestotrotz leiden um die 10% der Finnen an richtigen Winterdepressionen und ein Großteil hat zumindest teilweise mit einzelnen Symptomen wie Müdigkeit, Lustlosigkeit, Gewichtszunahme, Konzentrationsschwierigkeiten oder Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Auch nach 10 Stunden Schlaf bin ich den Rest des Tages nicht durchweg richtig munter. Die lokale Studierendenvertretung TAMY und der studentische Gesundheitsdienst YTHS hatten heute zu einer Veranstaltung über das „Überleben in der Kaamos” eingeladen, um etwas näher auf das Thema einzugehen. Allgemeine Empfehlungen: Bewegung an die frische Luft, zwischenmenschliche Kontakte pflegen, die Vorweihnachtszeit auskosten, der eigenen Kreativität freien Lauf lassen und auch mal die Seele baumeln lassen.

YTHS Lichttherapie Aus wissenschaftlicher Sicht und zur Behandlung von Depressionen wird dagegen häufig zur Lichttherapie geraten. Im Gegensatz zu einer Lichtintensität von bis zu 100.000 Lux im Sommer stehen an dunklen Wintertagen maximal 10% davon zur Verfügung. Es gibt daher spezielle Lampen, die mit einem besonders hellen Kunstlicht u.a. den Melatoninspiegel zur Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus im menschlichen Körper wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Beim YTHS gibt es einen extra Raum, in dem man bei Bedarf jeden Morgen seine Lichtdusche genießen kann. Für den Heimgebrauch muss man um die 200,- EUR für solche eine Lampe investieren, aber diese sind nicht so weit verbreitet und es wird eher mal auf die weitaus günstigeren Lichtwecker zurückgegriffen…

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31. Juli 2010, 04:56
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