5April2010

Hauskaa Pääsiäistä!

von werc | 23:01 Uhr | Allgemeines

Virvon varvon,
  tuoreeks terveeks (frisch & gesund)
    tulevaks vuodeks. (für das nächste Jahr).
Vitsa sulle, palkka mulle. (Das Ästchen für dich, der Lohn für mich.)

Wenn in Finnland plötzlich kleine Hexen mit bunt geschmückten Weidenzweigen vor der Tür stehen, den obigen Spruch aufsagen und auf Süßigkeiten warten, dann ist höchstwahrscheinlich Palmsonntag oder Ostern.
Küken auf French Toast
Ansonsten gibt es allerdings keine allzu großen Unterschiede zum deutschen Osterfest. Hier wird zusätzlich der Frühlingsbeginn gefeiert, auch wenn sich der Winter meist noch nicht ganz verzogen hat. Die Wohnungen werden mit Weidenkätzchen, Tulpen, Lilien und Narzissen dekoriert und die typischen Dinge wie Ostergras, Hasen, winzige Küken und bunte Eier sind allgegenwärtig.

Zum Osterlamm und den anderen Dickmachern aus Schokolade gibt es finnisches Mämmi, eine Art gebackener Brei aus Wasser und gesüßtem Roggenmalz. Als Alternative zu Sahne und Zucker haben wir es gestern mal mit Eiscreme und Schokosoße probiert, und damit wird das ganze sogar richtig lecker!! ;)
Osterbrunch
Den Ostersonntag haben wir zünftig mit einem internationalen Brunch mit jeder Menge amerikanischem French Toast, gebratenem Schinkenspeck, schottischem Shortbread, pakistanischem Fruchtsalat, jeder Menge Eiern (kann man übrigens auch prima ohne Schale färben), Mämmi, Sekt, Hühnchen, Rum-Marmorkuchen, Chocotoff, frisch gepresstem Orangensaft und allem, was sonst noch dazu gehört, gefeiert.

Übrigens hat Tampere ab sofort Chemnitz mit dem Sonnenaufgang um 06:33 Uhr eingeholt und mit fast 14 Stunden insgesamt gibt es jetzt schon 35 Minuten länger Tageslicht als in Deutschland… :)

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22März2010

Internationales Dinner

von werc | 23:02 Uhr | Kulinarisches

Internationales Dinner Eines der besten Dinge an einem multikulturellen Umfeld ist, dass man von seinen Nachbarn und Mitbewohnern immer mal wieder landestypische Spezialität aus den jeweiligen Ländern zu probieren bekommt. Zum gestrigen Sonntag haben wir den Kreis noch etwas erweitert und den Platz in unserer Küche voll ausgereizt, um internationale Köstlichkeiten aus acht verschiedenen Ländern probieren zu können.

Aus Südkorea gab es Bulgogi, ein überaus köstliches „Feuerfleisch”. Das Hackfleisch-Zwiebel-Gemisch ist entgegen der Vermutung überhaupt nicht scharf gewürzt, der Name bezieht sich vielmehr auf die traditionelle Herstellungsart. Wenn ihr die Gelegenheit bekommt: Unbedingt ausprobieren!!

Teller mit 3 Mahlzeiten Weniger als Nationalgericht, sondern als eines der Leibgerichte der Briten hatte sich Stephen für Chicken Curry entschieden. Die weitläufig bekannten Fish ‘n’ Chips wurden an der Spitze der Beliebtheits-Skala inzwischen von indischem und chinesischem Essen abgelöst. Auch wenn die Kochkünste hier wohl nicht an die in den Herkunftsländern heranreichen, so ist doch relativ schnell und einfach ein schmackhaftes Essen kreiert und vom Pilzfreund mit Champions gestreckt.

Peymans persische Gerichte brauchen meistens jede Menge Zeit und so war er auch heute als erstes aufgestanden, um ein traditionelles iranisches Ghorme Sabzi zu kochen. Der Anblick der grünen Soße ist anfangs etwas gewöhnungsbedürfitg, aber die Kräuter mit Lammfleisch sind dann doch ziemlich lecker.

Mämmi
Als klassische finnische Oster-Spezialität gab es Mämmi, eine Art zäher tiefschwarzer Malzpudding, den man besser auch althergebracht mit Zucker und Sahne genießen sollte. Essbar ist er auf jeden Fall, aber wohl nichts was man jeden Tag haben möchte. Mein Tipp: Nicht entgehen lassen und sich selbst ein Bild machen! ;)

Christopher aus Frankreich hatte einen Galette des Rois, einen Dreikönigskuchen gefüllt mit Mandelcreme, mitgebracht. Normalerweise sollte eine eingebackene Mandel unseren König des Tages bestimmen, aber dummerweise konnte sie niemand in seinem Stück des Kuchens finden. Zum Glück waren wir kreativ genug, um uns andere Spiele zur Ernennung des Oberhauptes auszudenken. :)

Crepes Aus Belgien gab es Crêpes, die je nach persönlichen Preferenzen mit süßen Leckereien gefüllt werden konnten. Dazu hatte Céline als einheimische Bierspezialität einige Flaschen Kriek mitgebracht. Durch die Zugabe frischer Kirschen gilt das Bier zwar nicht mehr als rein, schmeckt (mir) dafür aber weitaus besser. Kleine Zugabe waren Chokotoff-Schokoladen-Bonbons von Côte d’Or. Auf der Verpackung ist eine weitere dünne Schicht aus Aluminiumfolie aufgebracht. Wer es schafft, beides voneinander zu trennen, ohne dass etwas einreißt, der darf mit einem mehr oder weniger heimlichen Verehrer rechnen.

Als Spezialität aus Litauen gab es gefüllte Eier, landestypischen „Varškės sūris” Käse, Karaliskas-Schokolade und geräucherte Schweineohren. Besonders letztere erfreuten sich auch heute in der Uni noch geteilter Beliebtheit. ;)

Und von mir gab’s den konventionellen Kartoffelsalat mit Mais, Erbsen, Ei und dazu Wiener Würstchen. Nicht ganz so spektakulär, aber wenn einem die einheimischen Produkte und Supermärkte ins Ausland folgen, hat man’s auch nicht leicht, was spektakuläres zu finden…

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19März2010

Energisch für die Gleichberechtigung

von werc | 20:54 Uhr | Flaggentage

Minna Canth Heute vor 166 Jahren wurde Minna Canth in Tampere geboren. Seit drei Jahren erinnert ein eigener Flaggentag zu ihrem Geburtstag an die resolute Ikone für den Kampf für die Rechte der Frauen und soziale Gerechtigkeit.

Verwitet und mit sieben Kindern schaffte sie es trotzdem, sich um das familieneigene Textilgeschäft zu kümmern, sowie nebenbei verschiedene Theaterstücke, Romane und Essays zu schreiben. Ihre Ideen und radikalen Ansichten wurden damals kontrovers diskutiert, einige ihrer Bücher sogar zeitweise verboten. Nichtsdestotrotz werden ihr Erfolge wie die Einführung der Gütertrennung nachgesagt.

Minna Canth zählt nach Aleksis Kivi zu den bedeutendsten finnischen Dramatikern. Sie verstarb 1897 im Alter von 53 an einem Herzinfarkt. Ihre Beerdigung in Kupio erfolgte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit einer imposanten Trauerzeremonie.

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28Februar2010

Tag der Kalevala

von werc | 20:36 Uhr | Flaggentage

Finnische Flagge Die „Kalevala“ ist das große Nationalepos der Finnen. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der Arzt und Dichter Elias Lönnrot angefangen, traditionelle finnische und karelische Volksdichtungen und Lieder zu sammeln. Durch eine strukturierte Anordnung, sowie einige Bearbeitungen und Ergänzungen, schuf er ein zusammenhängendes Epos.

Kurz zusammengefasst geht es darin um einen Konflikt zwischen den beiden mythischen Völkern Pohjola und Kalevala und das Werben um die holde Weiblichkeit in Form von Louhi, der Königin von Pohjola. In den Auseinandersetzungen kommt es bei den Helden weniger auf Gewalt, als vielmehr auf Wissen und Sangeskunst an.

Die Kalevala folgt einer schamanistischen Tradition, über genaue Deutungen lässt sich auch heute noch streiten. Trotzdem hatte das Epos einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der finnischen Kultur. Viele Künstler und Komponisten ließen sich durch das Werk inspirieren und Übersetzungen erfolgten bisher in 50 verschiedene Sprachen. Damit ist es das meistübersetzte finnische Buch überhaupt.

Die erste Version des Epos ist auf den 28. Februar 1835 datiert und liefert somit das Datum für den Flaggentag der Kalevala und der finnische Kultur. Überall lassen sich auch heute noch in Namen von Menschen, Straßen, Plätzen, Unternehmen oder Produkten verschiedene Begriffe aus dem Buch finden. Es gibt sogar ein Donald Duck Comic von 1999, in dem die Erzählungen verarbeitet werden: The Quest for Kalevala! :)

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet mehr Informationen

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21Februar2010

Faschingshefezöpfe

von werc | 23:49 Uhr | Kulinarisches

Zum Ende der Faschingswoche stand heute ein neues Rezept auf dem Programm: Suomalaiset Laskiaispitkot, finnische Fastnachtshefezöpfe. Bis zu sieben Leute wusselten dazu gleichzeitig in unserer Küche herum, um die Kalorienbomben herzustellen. Die Zutaten für den Grundteig sind die gleichen wie bei normalen Pulla. Diesmal brauchen wir

    Sahnespritze

  • einen viertel Liter Milch (maitoa)
  • ein Ei (kananmuna)
  • 75 ml Zucker (sokeria)
  • einen 3/4 Teelöffel Salz (suolaa)
  • einen halber Esslöffel Kardamom (kaardemummaa)
  • eine Tüte (11 g) Trockenhefe (kuivahiivaa)
  • 700 g Weizenmehl (vehnäjauhoja) und
  • 75 g Butter (voita).

Für die Füllung eines Zopfes kommen noch einmal

  • 200 ml Schlagsahne (kuohukermaa)
  • rund 125 g Mandelmehl (mantelijauhetta)
  • 1 Esslöffel Zucker (sokeria)
  • ein Teelöffel Vanillezucker (vanilliinisokeria) sowie
  • etwa 100 g Erdbeer- oder Himbeermarmelade dazu.

Außerdem werden zum Bestreuen etwas Ei, Hagelzucker und Mandelsplitter benötigt.

Auf geht’s! In die lauwarm erhitzte Milch werden anfangs etwas Mehl und die Hefe gerührt, sowie anschließend auch gleich das Ei, Zucker, Kardamom und Salz. Während des Knetens das restliche Mehl und gegen Ende die zerlassene Butter zugeben. Sobald der Teig schön weich ist und nicht mehr an den Händen klebt, darf er abgedeckt an einem warmen Örtchen gut eine halbe Stunde lang aufgehen.

Hefezöpfe Im Anschluss den Teig, idealerweise auf einer mehlbestreuten Arbeitsfläche, in zwei Hälften teilen und diese jeweils zu drei langen Röllchen formen. Diese werden, individuell je nach Erfahrung oder Kreativität, zu einem hübschen Zopf zusammengeflochten. Direkt auf einem Backblech mit Backpapier dürfen die Kreationen weitere 20 Minuten ruhen. Danach die Oberfläche noch mit Ei bestreichen und dem Hagelzucker sowie den Mandelsplittern bestreuen, bevor die Zöpfe gut 15 Minuten lang bei 200 °C im vorgeheizten Backofen auf der untersten Schiene gebacken werden.

Für die Füllung wird die Schlagsahne steif geschlagen und dabei gleich das Mandelpulver, Zucker und Vanillezucker mit untergerührt. Wenn die Zöpfe abgekühlt sind, werden sie der Länge nach aufgeschnitten. Die untere Hälfte wird dann mit der Marmelade bestrichen und anschließen die Mandelsahne darauf gespritzt. Zum Schluss die obere Hälfte wieder draufsetzen und das ganze mit Tee oder Kaffee serviert. Hyvää ruokahalua! :)
Hefezopf zerschneiden

Tipp: Das Schneiden in mundgerechte Stücke kann eine ganz schöne Schmanderei werden. Es lohnt sich unter Umständen das bereits vor dem Füllen zu erledigen.

Kiitoksia Vanessalle ensimmäisestä käännöksestä. :)

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13Februar2010

Akademisches Kyykkä

von werc | 18:13 Uhr | Sport

Kyykkä Einst aus Karelien stammend, erfreut sich Kyykkä heute in ganz Finnland zunehmender Beliebtheit. Das Ziel des Spiele ist es, kleine hölzerne Zylinder durch das Werfen einer Art Baseballschläger aus dem eigenen Spielfeld zu schießen. Zu einem der größten studentischen Sportereignisse des Jahres hatten sich heute über 4.000 Studenten an der Technische Universität Tampere in Hervanta versammelt, um bei den 45. Akademischen Meisterschaften im Kyykkä gegeneinander anzutreten. So gut wie alle trugen den typischen Overall ihres Fachbereichs und/oder anderweitige Kostüme und erwartungsgemäß war jede Menge Alkohol im Spiel. Insgesamt eine ganz lustige Veranstaltung, die bei winterlichen -13 °C natürlich noch viel mehr Spaß macht… :)


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19. Oktober 2017, 12:00
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