13 Dezember 2009

Luciafest

von werc | 1:01 Uhr | Märchen & Sagen

Immer am 13. Dezember des Jahres wird hauptsächlich in Schweden und Skandinavien, aber auch in anderen Ländern wie Italien und Kroatien das Luciafest gefeiert. Statt einer lustigen Fabel gibt es also passend dazu diesmal die kirchliche Erzählung über die frühchristliche Märtyrerin.

Die Heilige Lucia

Lucia von Syrakus soll bereits von 283 bis 304 in Italien gelebt haben. Sie entstammte einer wohlhabenden Patrizierfamilie. Ihr Vater starb, als sie erst fünf Jahre alt war. Das Verhältnis zu ihrer Mutter Eutychia war dafür umso enger und diese lehrte ihr unter anderem Menschlichkeit und Nächstenliebe. Das Christentum verbreitete sich gerade zu dieser Zeit, was die verschiedenen Kaiser im römischen Reich mehr oder weniger versuchten zu unterbinden. Als Jugendliche kam auch Lucia mit den christlichen Lehren in Kontakt und besuchte die geheimen Versammlung in den Katakomben.

Da ihre Mutter an einer schweren Krankheit litt und sie von den Wundern am Grab der heiligen Agatha gehört hatte, reisten beide nach Catania, um ihr Glück zu versuchen. Beim Gebet in der lokalen Kirche erschien dann auch die heilige Agatha und sagte „O Jungfrau Lucia, warum bittest du mich um etwas, was du selbst für deine Mutter tun kannst? Allein mit deinem festen Glaube hast du ihr geholfen und von nun an ist sie geheilt.” Und so war es.

Eigentlich wollte Eutychia ihre Tochter sobald wie möglich verheiraten, aber nach dem Wunder erkannte sie an, dass Lucia sich ausschließlich zu Gott gewandt und ihre ewige Keuschheit geschworen hatte. Verehrer blieben trotzdem nicht aus und so kam es, wie es kommen musste: Aus Wut über die Abweisung wurde sie von einem der Bewerber als Christin enttarnt und angeklagt, am 13. Dezember 304.

Der Prokonsul Pascasio kümmerte sich um die Klagen gegen Christen und ließ Lucia noch am gleichen Tag vorführen, doch auch er konnte sie nicht von ihrem Gelübde abbringen und verurteilte sie daher, in einem Bordell verunreinigt werden. Erfüllt vom heiligen Geist versteinerte Lucia und wurde schwer wie ein Berg. Die vielen starken Wachen und mehrere Ochsen waren nicht in der Lage, sie von der Stelle zu bewegen. Selbst ein ringsherum entfachtes Feuer konnte ihr nichts anhaben.

Heilige Lucia von Syrakus „Meine Stunde ist gekommen.” Vorbereitet, als Märtyrerin für das Christentum zu sterben, ließ sie sich letztendlich von einem Soldaten mit einem Schwertstich in den Hals zu Tode richten…


In vielen Bildnissen der heiligen Lucia kann man zwei zusätzliche Augen finden. Einige erzählen, dass diese von Soldaten mit einer Gabel ausgestochen wurden. In einer anderen Version soll sie sich diese selbst als Geschenk für ihren Verehrer herausgerissen haben, der immer so von ihren strahlenden Augen schwärmte und sie nun endlich in Ruhe lassen sollte. Für diesen großen Beweis an Hingabe soll Gott ihr daraufhin zwei noch schönere Augen geschenkt haben. :)

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