29 November 2009

Der Fuchs frisst den Butternapf

von werc | 19:32 Uhr | Märchen & Sagen

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt – oder in meinem Fall einfach nur der Neonstrahler. Auch der Blick nach draußen lässt eher keine Weihnachtsstimmung aufkommen und so werf’ ich doch lieber mal einen Blick in die finnische Literatur und lass’ euch zu jedem der Adventssonntage an einer nordischen Fabel oder Geschichte teilhaben…

Der Fuchs frisst den Butternapf (Kettu syö voipytyn)

Butternapf Einmal wollten der Fuchs und der Wolf gemeinsam einen Acker roden. Als Proviant hatten sie einen ganzen Butternapf dabei. Nachdem sie einige Zeit gearbeitet hatten, bekam der Fuchs Lust auf die Butter. Er ging in den Wald, kam wieder zurück und sagte zu dem Wolf: „Mein Nachbar hat ein Junges bekommen und ich bin als Pate zur Taufe eingeladen!” „Ach so”, sagt der Wolf. Der Fuchs ging weg, lief aber zu dem Butternapf und fraß jede Menge Butter. „Was ist der Name des Kindes?” fragt der Wolf, als der Fuchs zurückkehrte. „Anfang”, sagte der Fuchs.

Nach einiger Zeit ging der Fuchs wieder in die Wildnis, kam zurück und erzählte dem Wolf, dass ein anderer Nachbar wieder ein Kind gekriegt habe und er wieder als Pate gebeten sei. „Was, schon wieder?” sagte der Wolf. Der Fuchs ging und fraß wieder fleißig Butter. „Welchen Namen hat das Kind bekommen?” fragte der Wolf wieder. „Mitte”, entgegnete der Fuchs. „Ach”, sagte der Wolf.

Eine kurze Zeit arbeitete der Fuchs mit, ging dann aber wieder in den Wald. „Der dritte Nachbar hat Junge gekriegt, das ist schon komisch, und wieder werde ich Pate”, erklärte der Fuchs. „Und ich war noch nie Pate”, klagte der Wolf. Der Fuchs ging und fraß noch den Rest der Butter. „Wie ist sein Name?”, fragte der Wolf. „Ende”, sagte der Fuchs.

Wieder arbeiteten sie auf dem Acker und schließlich fragte der Wolf: „Ist schon Mittagszeit?” „Noch nicht”, sagte der Fuchs, „du hast es aber eilig!” Schließlich gingen sie doch zum Mittag, aber die Butter war aufgefressen. Der Fuchs beschuldigte den Wolf, dass er sie gefressen habe, während er bei der Taufe war. Der Wolf bezichtigte den Fuchs, er habe sie gefressen und sei gar nicht bei den Taufen gewesen. Der Fuchs schlug vor, dass sie sich dort auf einen Felsen hinlegen und dann würde die Butter schon aus der Schnauze des Schuldigen tropfen. So wurde es gemacht.

Der Fuchs hatte extra etwas Butter aufgehoben. Als der Wolf eingeschlafen war, rieb ihm der Fuchs die Butter unter die Schnauze und stellte sich dann selbst schlafend. Der Wolf erwachte, sah die Butter unter seiner Schnauze und rannte so schnell wie er nur konnte davon. Der Fuchs konnte sich vor Lachen kaum mehr halten…

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