6 Oktober 2009

230 Jahre Tampere

von werc | 15:21 Uhr | Land & Leute

Am 1. Oktober 1779 hat der damalige schwedische König Gustav III. die Gründungsurkunde der Stadt Tampere unterzeichnet und seit 1955 wird dieses Ereignis mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. So gab es auch diesmal zum 230. Geburtstag an insgesamt vier Tagen ein umfangreiches Programm.

Am Samstag war ich mit Jens, der sich seit Freitag bei mir einquartiert hat und in einer Woche Urlaub Finnland entdecken möchte, zuerst im alten Rathaus, in das man sonst nicht so einfach reinkommt. Drinnen gab es jede Menge antike Möbel, große Gemälde und die Geschenke der 20 Partnerstädte (Braşov, Chemnitz, Essen, Kaunas, Kiew, Klaksvík, Kópavogur, León, Linz, Łódź, Miskolc, Mwanza, Nischni Nowgorod, Norrköping, Odense, Olomouc, Saskatoon, Syracuse, Tartu und Trondheim) zu sehen. Die meisten haben irgendwelche Bilder geschickt und so gab es auch aus Sachsen einen Kupferstich vom Chemnitzer Rathaus. Die ein oder andere Flasche Alkohol war aber auch dabei. :)

Weiter ging es durch das herbstliche Tampere zum Finlayson Palast, dem Stallhof Tallipiha, der alten Markthalle und letztendlich zum Fischmarkt am Hafen. Zweimal im Jahr locken über 100 Händler mit den verschiedensten Arten von Fisch und anderen Köstlichkeiten jedes mal zehntausende Besucher zum „Tampereen kalamarkkinat“. Probiert haben wir dann aber letztendlich nur die Mustaa Makkaraa, eine Art Blutwurst, die als regionale Spezialität traditionell zusammen mit Preiselbeermarmelade gegessen wird.

Die Tour am Sonntag haben wir dann im Arbeitermuseumsviertel Amuri begonnen. In fünf Wohnhäusern und vier Hofgebäuden werden dort die Unterkünfte in verschiedenen Epochen seit Anfang des 20. Jahrhunderts nachgestellt. Alles ziemlich interessant und normalerweise ausschließlich im Sommer geöffnet.

Weiter ging es zum Tag der offenen Tür in die Hauptfeuerwache und anschließend in das Arbeitermuseum Werstas. Neben den festen Ausstellungen wie der imposanten Sulzer Dampfmaschine von 1900 oder der Geschichte der lokalen Textilindustrie, gab es derzeit auch mehr über Waldarbeiter und die Entwicklung der finnischen Sozialhilfe und „Sisu“ zu erfahren. Letzteres ist sowas wie eine urfinnische Eigenschaft, die mit Mut, Kraft, Zähigkeit, Ausdauer und Beharrlichkeit umschrieben wird, für die es aber keine genaue Übersetzung gibt. Mehr oder weniger ist diese spezielle Identität allerdings dem Untergang geweiht und alte Finnen werfen der jüngeren Generation heutzutage gern vor, nicht mehr genug „Sisu“ zu haben. :)

Die nächste Station war das nahgelegene Rupriikki Medienmuseum, wo es jede Menge rund um die Entwicklung von Informationstechnik und Massenmedien zu sehen gab. Den Abschluss machte dann das Museumszentrum Vapriiki in der ehemaligen Maschinenfabrik Tampella. Zur Zeit ist dort eine Sonderausstellung dem finnischen Bürgerkrieg in Tampere im Jahre 1918 gewidmet. Zudem beherbergt das Haus verschiedene weitere Sammlungen wie die Hall of Fame des finnischen Eishockeys, das Spielzeug- und Puppenmuseum, das Schuhmuseum, sowie eine Dauerausstellung über technische Innovationen aus der Region.



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