16Mai2010

Gedenken an die Gefallenen

von werc | 12:47 Uhr | Flaggentage

Finnische Flagge Der letzte Flaggentag, den ich in Finnland miterleben darf, ist den Gefallenen des finnischen Bürgerkrieges und des Zweiten Weltkrieges gewidmet.

Nach der Oktoberrevolution in Russland ergriff Finnland damals die Chance, sich vom großen Nachbarn loszureißen und eine staatliche Unabhängigkeit zu erlangen. Bereits am 4. Januar 1918 wurde die auch von der bolschewistischer Regierung anerkannt und so entschied sich das finnischen Parlament relativ schnell, eine eigene Armee auf die Beine zu stellen, um die verbliebenen russischen Garnisonen zu entwaffnen. Darüber ganz und gar nicht erfreut, planten die Sozialisten im Land den Umsturz der Regierung und brachten große Teile Südfinnlands in ihre Gewalt. Die „weißen” Regierungstruppen operierten von Norden aus und erhielten von den in Deutschland ausgebildeten Finnischen Jägern wertvolle Unterstützung beim Ausbau der eigenen Truppen. Finnische Jäger Nach einer Großoffensive um Tampere Anfang April wurden die revolutionären Roten Garden der Sozialisten in den folgenden Wochen relativ schnell endgültig geschlagen. Insgesamt ließen rund 37.000 Menschen auf beiden Seiten ihr Leben.

Im Zweiten Weltkrieg war Finnland nach dem Überfall der Sowjetunion zuerst in den Winterkrieg verwickelt, in dem das Land schon nach dreieinhalb Monaten mit Gebietsverlusten und anderen Zugeständnissen klein beigeben musste. Im Fortsetzungskrieg versuchten die Finnen an der Seite des Deutschen Reichs das verlorene Territorium zurückzuerobern, gingen aber offensiv darüber hinaus und verloren letztendlich im Friedensabkommen noch mehr, als was ihnen anfangs schon genommen wurde. Mit dem Waffenstillstand hatte Finnland auch versichert, die Deutschen aus dem eigenen Land zu vertreiben, was im finalen Lapplandkrieg endete. Während des gesamten Zweiten Weltkrieges hatte Finnland rund 97.000 Opfer zu verzeichnen…

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12Mai2010

Johan Vilhelm Snellman

von werc | 10:58 Uhr | Flaggentage

Flaggen zum Snellman-Tag Der „Tag des Finnentums” ist fest mit Johan Vilhelm Snellman (1806-1881) verbunden. Er gilt als der Vater der Finnischen Mark und ihm kommen große Verdienste zur Anerkennung der finnischen Sprache zu.

Nach seinem 9-jährigen Studium der Theologie, sowie später Philosophie, Geschichte, Griechisch, Latein und Literatur, schrieb er seine Dissertation über die Philosophie Hegels. Als unbequemer Querdenker und Kämpfer für die akademischen Freiheiten wurde er schon nach einigen Jahren als Dozent wieder entlassen. Nach längeren Aufenthalten in Tübingen und Stockholm schrieb er sein Hauptwerk „Staatslehre”, indem er die Weiterentwicklung der finnischen Sprache und Kultur zu einem neuen Nationalbewusstseins als aussichtsreichste Maßnahme zur Abwendung einer Russifizierung sah.

„Schweden sind wir nicht, Russen wollen wir nicht werden, also lasst uns Finnen sein!”

So konzentrierte er sich auf die Förderung der kulturellen und politischen Entwicklung durch die Herausgabe verschiedener Zeitungen. Aufgrund seiner konträren Ansichten war es ihm nahezu unmöglich erneut in einer akademischen Laufbahn Fuß zu fassen. Als der russische Zar Alexander II. nach der Niederlage im Krimkrieg mit einer erneuten Zuwendung Finnlands zu Schweden rechnen musste, unterstützte er die Bemühungen Snellmans und verhalf ihm zu einem Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Helsinki, sowie letztendlich sogar zum Posten des Vorsitzenden der Finanzkommission im finnischen Senat.
Geldschein
Dort erreichte er, dass die bereits eingeführte Markka wieder an Silber gekoppelt werden durfte und so nicht mehr den Schwankungen des russischen Papiergeldes unterlag. Die finale währungspolitische Unabhängigkeit wurde letztendlich mit der Festlegung der Silbermark als einziges gesetzliches Zahlungsmittel unter Finanzaufsicht der Finnischen Bank erreicht.

Darüber hinaus setzte er sich für die Einführung von Finnisch als Amtssprache zusätzlich zu Schwedisch ein, was im Senat allerdings auf wenig Gegenliebe stieß. Snellman schafft es allerdings, den Zaren persönlich von der Einführung zu überzeugen und die Sprachverordnung somit unter Umgehung der Regierung in Kraft treten zu lassen…

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9Mai2010

Europa und die Mütter

von werc | 21:20 Uhr | Flaggentage

Herzchen     >>>> Hyvää äitienpäivää!!! :-)

Abgesehen davon, dass heute wieder überall in Finnland die Flaggen wehen, wird der Muttertag hier wie auch in Deutschland mit Glückwunschkarten, Blumen, Kuchen und gemütlichem Beisammensein gefeiert.

Der Tag hat seinen Ursprung in den frühen Jahren der Unabhängigkeit Finnlands. Viele Mütter hatten ihre Männer und Söhne im Krieg verloren und ihnen sollte an diesem Tag besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Anfänglich hauptsächlich beschränkt auf kleine, feierliche Veranstaltungen, etablierten sich in den darauf folgenden Jahrzehnten weitere Gepflogenheit wie Karten und später auch Blumen. Seit 1927 wird er der Äitienpäivä jeden zweiten Sonntag im Mai gefeiert.

Die Organisation Save the Children hat übrigens in ihrem Report zur Lage der Mütter in der Welt auch dieses Jahr wieder 160 Länder unter anderem nach gesundheitlichen Faktoren, Wohlergehen und Bildungschancen bewertet. Spitzenreiter wurde Norwegen, gefolgt von Australien, Island, Schweden, Dänemark, Neu Seeland, Finnland, den Niederlanden, Belgien und schließlich Deutschland auf Platz 10. Darauf darf man schon mal ein wenig stolz sein. :-)

Und um dem Ganzen gleich noch eins oben drauf zu setzen, fällt dieses Jahr zusätzlich der Europa-Tag auf diesen Sonntag. Am 09. Mai 1950 verlas der damalige französische Außenminister Robert Schuman seinen Vorschlag, ein vereintes Europa zu schaffen. Die Regierungserklärung ist als Schuman-Erklärung in die Geschichte eingegangen. Gelegenheit, gleich ein zweites Mal Danke zu sagen. Ohne EU kein European Region Action Scheme for the Mobility of University Students, und ohne den keine finanzielle Unterstützung, sowie höchstwahrscheinlich mehr organisatorische Probleme beim Auslandsstudium in Europa.

Ein Hoch auf die Muddis, ein Hoch auf Erasmus, genießt den Tag!! :-)

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1Mai2010

Am 1. Mai ist Vappu!

von werc | 21:18 Uhr | Flaggentage

Zum ersten Mai wird in Finnland Vappu gefeiert, eine bunte Mischung aus dem traditionellen Tag der Arbeiter, kombiniert mit dem Feiern des Frühlings und besonders ausgiebig dem Fest der Studenten, sowie dem finnischen Enthusiasmus für den Alkoholgenuss. Bereits zwei Wochen vorher beginnen sich besonders die Studierenden der Technischen Universitäten mit Partys und verschiedenen anderen Aktivitäten auf den Tag einzustimmen. Es ist dann relativ unmöglich nicht mitzubekommen, dass Vappu vor der Tür steht.
Suomen Neiti

Als am Vortag in Helsinki die Statue der Havis Amanda um 18.00 Uhr ihre Studentenmütze aufgesetzt bekam, wurde auch in Tampere unter den Studenten angestoßen und die Kappe schonmal probegetragen. Hier fand das Ereignis erst um Mitternacht statt, wenn die Massen zur Statue der Suomen Neito auf der Hämeensilta-Brücke in die Innenstadt strömen. Diese bekommt dann auch hier eine überdimensionale Kappe aufgesetzt und ringsherum sieht man dann nur noch weiße Studentenmützen, die das Ganze mit einer umfassenden Sektdusche feiern.

Die Kappen würde man in Deutschland wahrscheinlich hauptsächlich mit Studentenverbindungen und Burschenschaften in Verbindung bringen, in Finnland bekommen alle Schüler die Ylioppilaslakki jedoch bereits zum Abitur (für günstige 50 bis 100 Euro). Zum ersten Mai wird diese dann jedes Jahr auch überdeutlich von allen, ob jung oder alt, zur Schau getragen und damit durch die Straßen gezogen.

Darüber hinaus tragen die meisten Studenten ihren Haalarit, einen bunten Overall, an dem man die jeweilige Studienrichtung erkennt. Neben der Werbung der Sponsoren kann man darauf unter anderem jede Menge bunte Aufnäher von Partys, Trinkgelagen und Ausflügen entdecken. Die Tradition kommt ursprünglich aus Schweden und hat zusätzlich einen ganz praktischen Nutzen: Die Anzüge halten auch im tiefsten Winter warm und schützen zudem vor Alkohol- und anderen Flecken.
Kran
Den Trubel in der Stadt hat sich auch gleich die Kirche zu Nutze gemacht und den ersten Mai in Tampere zum Christus-Tag erklärt. Nach deren Parade kurz vor Mittag begann aber dann auch schon der Höhepunkt des Jahres für die Teekari-Studenten. In der Wappukulkue-Parade zog die lange Schlange der taufwilligen Studienanfänger mit selbstgemachten Motivwagen, Skulpturen u.ä. zu den Stromschnellen in die Stadt, um dort geduldig zu warten, bis einer der beiden Kräne sie zur Teekkarikaste in einem großen Korb in das kalte Nass befördert.

Nachdem die Nacht in den Bars und Clubs der Stadt durchgemacht wurde, treffen sich normalerweise die meisten Studenten müde und verkatert ab Mittag zum Picknick im Koskipuisto Park um die Taufe mitzuerleben, aber leider war das Wetter diesmal nicht allzu toll. Trotzdem ließen sich zahlreiche Zuschauer das Spektakel nicht entgehen, aber verbrachten nach einem Abstecher zum Fluss den Rest des Tages dann doch lieber irgendwo im Trockenen. Auf dem Keskustori war zudem großer Vappu-Markt mit unzähligen Luftballonverkäufern und überall gab es die obligatorischen Luftschlangen – natürlich ganz modern aus der Dose. Als typische Leckereien wurden zudem Doughnuts (Munkki), Tippaleipä und meist selbstgemachter Sima verkauft.


tough guys Ich war übrigens mit Stephen schon vor einer Woche im Suolijärvi anbaden. Bei 10 °C Außentemperatur waren wir schon ein wenig überrascht, dass große Teile des Sees immer noch zugefroren waren. Nichtsdestotrotz haben wir aber insgesamt mehr Zeit im Wasser verbracht, als wenn wir lediglich ein paar mal in den Tammerkoski getaucht worden wären… ;)

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27April2010

Nationaler Veteranentag

von werc | 19:27 Uhr | Flaggentage

Veteranentag 2010 Bereits seit 1987 werden in finnischen Städte und Gemeinden Gedenkveranstaltungen zum Nationalen Veteranentag organisiert und die verbliebenen Kriegsveteranen als Ehrengäste eingeladen. Die Hauptveranstaltung findet jedes Jahr der Reihe nach in den größten Städten Finnlands statt und diesmal durfte Tampere das Ereignis ausrichten, 70 Jahre nach dem Ende des Winterkrieges.

Nach Flaggenappell, der Kranzniederlegung und einem Gedenkgottesdienst am Morgen waren die Altgedienten mit ihren Familien in das Messe- und Sportzentrum der Stadt zum Mittagessen eingeladen. Unter dem Motto Kuule tuhannet tarinat („Höre tausende Geschichten”) fand anschließend ein Festakt mit verschiedenen Reden und Musik statt. Unter anderem war auch die finnische Präsidentin Tarja Halonen mit ihren Ehemann Pentti Arajärvi zu Gast. Das Ganze wurde dazu noch live im Fernsehen auf YLE TV1 übertragen.
Veteranentag in Tampere
Unter all den Veteranen mit einem Durchschnittsalter von 87 Jahren und feinen Anzügen mit jeder Menge Orden sind wir wahrscheinlich schon etwas aufgefallen, aber es waren dann doch auffällig viele Jugendlich dort – ob freiwillig oder auch nicht. Die von den Medien verbreiteten „über 3.000 Teilnehmer” konnten wir aber definitiv nicht entdecken.

Alles in allem war es schon ganz interessant, auch wenn die gesamte Veranstaltung ausschließlich auf Finnisch abgehalten wurde und Geschenk zum Veteranentag unsere Sprachkenntnisse dann doch nur zum Verstehen einzelner Wortgruppen ausreichen. Dafür gab es altbekannte Musikstücke wie Suomen laulu, Sibelius’ Finlandia oder die Nationalhymne Maamme zu hören. Am Ausgang bekam dann jeder Besucher noch eine Tüte mit Informationsmaterialen vom Nationalen Notfallrettungsbund SPEK und „Marschalls Rost-Roggenbrot” in die Hand gedrückt. Nette Geste, aber die Wühltischatmosphäre zum Schluss war irgendwie schon ein wenig seltsam… :)

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9April2010

Agricola und die finnische Sprache

von werc | 21:34 Uhr | Flaggentage

Finnisch-Lehrbuch Anfangs hat es mich schon etwas verwirrt, aber am heutigen Agricola-Tag wird nicht etwa dem in Chemnitz eher bekannten Wissenschaftler Georgius Agricola gedacht, sondern vielmehr an den finnischen Reformator Mikael Agricola erinnert. Dieser gilt als Urvater der finnischen Literatursprache.

Bereits während seines dreijährigen Studiums an der Universität Wittenberg begann er das Neue Testament ins Finnische zu übersetzen. Seine Fibel ABC-Kirja (PDF) von 1543 war das allererste gedruckte Buch in finnischer Sprache. Er übersetze zudem weitere Gebetsbücher, sowie viele kirchliche Messen und Hymnen.

Mit seiner Arbeit setzte er grundlegende orthographische Regeln, die größtenteils heute noch in der modernen Rechtschreibung gültig sind. Die Basis bildete der südwestliche Turkuer Dialekt mit Erweiterungen aus dem Schwedischen, Lateinischen, Deutschen und anderer finnischer Mundart. Für die Übersetzung der Bibel nutzte Agricola etwa 8.500 Wörter, von denen gut 60% immer noch verwendet werden.

…und damit ihr zum Tag der finnischen Sprache auch etwas von der Schönheit dieses vielseitigen Sprachvermögens miterleben könnt, gibt es hier noch einen kleinen Zungenbrecher für euch. Viel Spaß beim Üben! :)

>> Hattulan pappilan apupapin papupata pankolla kiehuu. <<

(Hattulans Pfarrhauses Hilfspastors Bohnentopf kocht auf der Ofenbank.)

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5April2010

Hauskaa Pääsiäistä!

von werc | 23:01 Uhr | Allgemeines

Virvon varvon,
  tuoreeks terveeks (frisch & gesund)
    tulevaks vuodeks. (für das nächste Jahr).
Vitsa sulle, palkka mulle. (Das Ästchen für dich, der Lohn für mich.)

Wenn in Finnland plötzlich kleine Hexen mit bunt geschmückten Weidenzweigen vor der Tür stehen, den obigen Spruch aufsagen und auf Süßigkeiten warten, dann ist höchstwahrscheinlich Palmsonntag oder Ostern.
Küken auf French Toast
Ansonsten gibt es allerdings keine allzu großen Unterschiede zum deutschen Osterfest. Hier wird zusätzlich der Frühlingsbeginn gefeiert, auch wenn sich der Winter meist noch nicht ganz verzogen hat. Die Wohnungen werden mit Weidenkätzchen, Tulpen, Lilien und Narzissen dekoriert und die typischen Dinge wie Ostergras, Hasen, winzige Küken und bunte Eier sind allgegenwärtig.

Zum Osterlamm und den anderen Dickmachern aus Schokolade gibt es finnisches Mämmi, eine Art gebackener Brei aus Wasser und gesüßtem Roggenmalz. Als Alternative zu Sahne und Zucker haben wir es gestern mal mit Eiscreme und Schokosoße probiert, und damit wird das ganze sogar richtig lecker!! ;)
Osterbrunch
Den Ostersonntag haben wir zünftig mit einem internationalen Brunch mit jeder Menge amerikanischem French Toast, gebratenem Schinkenspeck, schottischem Shortbread, pakistanischem Fruchtsalat, jeder Menge Eiern (kann man übrigens auch prima ohne Schale färben), Mämmi, Sekt, Hühnchen, Rum-Marmorkuchen, Chocotoff, frisch gepresstem Orangensaft und allem, was sonst noch dazu gehört, gefeiert.

Übrigens hat Tampere ab sofort Chemnitz mit dem Sonnenaufgang um 06:33 Uhr eingeholt und mit fast 14 Stunden insgesamt gibt es jetzt schon 35 Minuten länger Tageslicht als in Deutschland… :)

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22März2010

Internationales Dinner

von werc | 23:02 Uhr | Kulinarisches

Internationales Dinner Eines der besten Dinge an einem multikulturellen Umfeld ist, dass man von seinen Nachbarn und Mitbewohnern immer mal wieder landestypische Spezialität aus den jeweiligen Ländern zu probieren bekommt. Zum gestrigen Sonntag haben wir den Kreis noch etwas erweitert und den Platz in unserer Küche voll ausgereizt, um internationale Köstlichkeiten aus acht verschiedenen Ländern probieren zu können.

Aus Südkorea gab es Bulgogi, ein überaus köstliches „Feuerfleisch”. Das Hackfleisch-Zwiebel-Gemisch ist entgegen der Vermutung überhaupt nicht scharf gewürzt, der Name bezieht sich vielmehr auf die traditionelle Herstellungsart. Wenn ihr die Gelegenheit bekommt: Unbedingt ausprobieren!!

Teller mit 3 Mahlzeiten Weniger als Nationalgericht, sondern als eines der Leibgerichte der Briten hatte sich Stephen für Chicken Curry entschieden. Die weitläufig bekannten Fish ‘n’ Chips wurden an der Spitze der Beliebtheits-Skala inzwischen von indischem und chinesischem Essen abgelöst. Auch wenn die Kochkünste hier wohl nicht an die in den Herkunftsländern heranreichen, so ist doch relativ schnell und einfach ein schmackhaftes Essen kreiert und vom Pilzfreund mit Champions gestreckt.

Peymans persische Gerichte brauchen meistens jede Menge Zeit und so war er auch heute als erstes aufgestanden, um ein traditionelles iranisches Ghorme Sabzi zu kochen. Der Anblick der grünen Soße ist anfangs etwas gewöhnungsbedürfitg, aber die Kräuter mit Lammfleisch sind dann doch ziemlich lecker.

Mämmi
Als klassische finnische Oster-Spezialität gab es Mämmi, eine Art zäher tiefschwarzer Malzpudding, den man besser auch althergebracht mit Zucker und Sahne genießen sollte. Essbar ist er auf jeden Fall, aber wohl nichts was man jeden Tag haben möchte. Mein Tipp: Nicht entgehen lassen und sich selbst ein Bild machen! ;)

Christopher aus Frankreich hatte einen Galette des Rois, einen Dreikönigskuchen gefüllt mit Mandelcreme, mitgebracht. Normalerweise sollte eine eingebackene Mandel unseren König des Tages bestimmen, aber dummerweise konnte sie niemand in seinem Stück des Kuchens finden. Zum Glück waren wir kreativ genug, um uns andere Spiele zur Ernennung des Oberhauptes auszudenken. :)

Crepes Aus Belgien gab es Crêpes, die je nach persönlichen Preferenzen mit süßen Leckereien gefüllt werden konnten. Dazu hatte Céline als einheimische Bierspezialität einige Flaschen Kriek mitgebracht. Durch die Zugabe frischer Kirschen gilt das Bier zwar nicht mehr als rein, schmeckt (mir) dafür aber weitaus besser. Kleine Zugabe waren Chokotoff-Schokoladen-Bonbons von Côte d’Or. Auf der Verpackung ist eine weitere dünne Schicht aus Aluminiumfolie aufgebracht. Wer es schafft, beides voneinander zu trennen, ohne dass etwas einreißt, der darf mit einem mehr oder weniger heimlichen Verehrer rechnen.

Als Spezialität aus Litauen gab es gefüllte Eier, landestypischen „Varškės sūris” Käse, Karaliskas-Schokolade und geräucherte Schweineohren. Besonders letztere erfreuten sich auch heute in der Uni noch geteilter Beliebtheit. ;)

Und von mir gab’s den konventionellen Kartoffelsalat mit Mais, Erbsen, Ei und dazu Wiener Würstchen. Nicht ganz so spektakulär, aber wenn einem die einheimischen Produkte und Supermärkte ins Ausland folgen, hat man’s auch nicht leicht, was spektakuläres zu finden…

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19März2010

Energisch für die Gleichberechtigung

von werc | 20:54 Uhr | Flaggentage

Minna Canth Heute vor 166 Jahren wurde Minna Canth in Tampere geboren. Seit drei Jahren erinnert ein eigener Flaggentag zu ihrem Geburtstag an die resolute Ikone für den Kampf für die Rechte der Frauen und soziale Gerechtigkeit.

Verwitet und mit sieben Kindern schaffte sie es trotzdem, sich um das familieneigene Textilgeschäft zu kümmern, sowie nebenbei verschiedene Theaterstücke, Romane und Essays zu schreiben. Ihre Ideen und radikalen Ansichten wurden damals kontrovers diskutiert, einige ihrer Bücher sogar zeitweise verboten. Nichtsdestotrotz werden ihr Erfolge wie die Einführung der Gütertrennung nachgesagt.

Minna Canth zählt nach Aleksis Kivi zu den bedeutendsten finnischen Dramatikern. Sie verstarb 1897 im Alter von 53 an einem Herzinfarkt. Ihre Beerdigung in Kupio erfolgte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit einer imposanten Trauerzeremonie.

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28Februar2010

Tag der Kalevala

von werc | 20:36 Uhr | Flaggentage

Finnische Flagge Die „Kalevala“ ist das große Nationalepos der Finnen. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der Arzt und Dichter Elias Lönnrot angefangen, traditionelle finnische und karelische Volksdichtungen und Lieder zu sammeln. Durch eine strukturierte Anordnung, sowie einige Bearbeitungen und Ergänzungen, schuf er ein zusammenhängendes Epos.

Kurz zusammengefasst geht es darin um einen Konflikt zwischen den beiden mythischen Völkern Pohjola und Kalevala und das Werben um die holde Weiblichkeit in Form von Louhi, der Königin von Pohjola. In den Auseinandersetzungen kommt es bei den Helden weniger auf Gewalt, als vielmehr auf Wissen und Sangeskunst an.

Die Kalevala folgt einer schamanistischen Tradition, über genaue Deutungen lässt sich auch heute noch streiten. Trotzdem hatte das Epos einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der finnischen Kultur. Viele Künstler und Komponisten ließen sich durch das Werk inspirieren und Übersetzungen erfolgten bisher in 50 verschiedene Sprachen. Damit ist es das meistübersetzte finnische Buch überhaupt.

Die erste Version des Epos ist auf den 28. Februar 1835 datiert und liefert somit das Datum für den Flaggentag der Kalevala und der finnische Kultur. Überall lassen sich auch heute noch in Namen von Menschen, Straßen, Plätzen, Unternehmen oder Produkten verschiedene Begriffe aus dem Buch finden. Es gibt sogar ein Donald Duck Comic von 1999, in dem die Erzählungen verarbeitet werden: The Quest for Kalevala! :)

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet mehr Informationen

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31. Juli 2010, 04:46
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